Nach der sicheren Ankunft auf Helgoland und dem unvermeintlichen Anlegeschluck, ging es dann erstmal für ein paar Stündchen in die Koje und danach unter eine wohltuende Dusche.
Obligatorisch bei einem Besuch auf Helgoland ist natürlich auch ein Inselrundgang über das Oberland zur langen Anna und ein paar Einkäufe in den zahlreichen Duty-Free-Shops. Recht leer war es an diesem Tag auf der Insel, da die meisten Auflugsschiffe vom Festland wegen des starken Windes und des damit verbunden Wellengangs erst gar nicht losgefähren waren.




Wie man am aufgewühlten Wasser erkennen kann, stürmte es noch recht ordentlich auf der Nordsee und auch beim Rundgang musste man aufpassen nicht von den Klippen herunter geweht zu werden.
Leider konnten wir am Abend nicht in die Bunte Kuh zum Abendessen gehen. DEM Segler-Restaurat auf Hegoland. Dienstags Ruhetag! Aber auch in Weddigs Fischstube wurden wir gut versorgt. Auf das durch die Kellnerin geschossene Foto hatte ich es leider nicht geschafft. Aber deutlich ist zu erkennen, dass auch ich mit einem Bier versorgt wurde.

Am nächsten Tag war die Windsituation noch wir am Vortag. Ein starker Wind wehte aus westlichen Richtungen. Da der Wind aber für die Überfahrt Richtung Brunsbüttel, unserem nächsten Stopp auf dem Weg nach Hamburg, von achtern wehen sollte, war eine Passage mit Wind und Strömung im Rücken in die Elbe hinein durchaus möglich und verantwortbar. Aus der Abdeckung von Helgoland heraus stand dann eine recht ordentliche Welle von bis zu 3 Metern, die das Steuern des Schiffes mit den von hinten auflaufenden Wellen zu einer herausfordernden Aufgabe machte. Mit in der Spitze 10 bis 11 Knoten rauschen wird dem deutschen Festland entgegen und in die Elbmündung hinein. Vorbei ging es an Cuxhaven bis zur Scheusenanlage Brunsbüttel. Hier gingen wir noch durch die Schleuse in den NOK, dahinter lag der Hafen für unsere vorletzte Nacht an Bord.






Für den nächsten Morgen war Ausschlafen angesagt. Erst gegen 1300 wollten wir wieder hinaus auf die Elbe und uns mit der auflaufenden Flut und vor dem Wind nach Hamburg treiben zu lassen. Leider machte uns aber eine Bundesbehörde einen Strich durch die Rechnung. Gegen 0730 vernahm ich ein Klopfen an der Bordwand und kurz darauf ein Gespräch unseres Skippers mit 2 freundlichen Herren vom Zoll. Woher, wohin, die üblichen Fragen. Das unser Skipper auf der letzten Etappe einer 2 Jahre währenden Rundfahrt über Ostsee, Nordsee und den Nord-Atlantik (Baltische Staaten, Schweden Norwegen, GB, Irland, Frankreich, Spanien, Kanaren, Karibik, USA und Retour) war, interessierte die Herren weniger. Viel interessanter war die Tatsache, dass unser letzter Aufenthalt Helgoland war, wo für Zigaretten und Spirituosen kein Zoll fällig wird und daher die Einfuhr beschränkt ist. Also kramten wir alle brav unsere eingekauften Waren hervor und zeigten den Beamten diese. Damit waren sie dann auch zufrieden, warfen ein paar oberflächliche Blicke in das eine oder andere Schapp und zogen wieder ab. Ich vermute ja, dass sie nicht weiter nach verstecken Gütern gefahndet hatten, da das Schiffsinnere nach einer Nacht mit 7 Personen auf dem doch recht engem Raum keine uneingeschränkt angenehmen Gerüche versprach.
Nach dem Ausschleusen aus dem NOK in die Elbe startete um die Mittagszeit unsere letzte Etappe nach Hamburg. Es sollte eine sonnige und ruhige Reise von ca. 42 SM werden. Unser Ankunft in Hamburg viel dann schon in den Abend und brachte uns ein stimmungsvolles Einlaufen in den Hamburger City-Sportboothafen mit Blick auf die Elphi, wo einige Freunde und die Frau unseres Skippers der Crew und natürlich insbesondere dem Skipper einen netten Empfang mit Sekt sowie Fisch- und Krabbenbrötchen bereiteten.






Eine Reise, auf die ich mich über ein Jahr gefreut habe, geht damit schon wieder zu Ende. Begonnen hat es mit einer kleinen Enttäuschung, da es nicht wie geplant rund Schottland über die Hebriden, Orkneys und durch den Pentland Firth ging, sondern „nur“ durch Schottlands Caledonia Canal, was aber auch keine Strafe ist. Segeln in Schottland ist eben, vor allem im Herbst, kein Wunschkonzert. Hier folgte der Spipper ganz klar der Devise „Nautik vor Touristik“. Um so mehr Anerkennung muss ich Constanin zollen, der aus der Wettersituation das beste für Crew und Schiff gemacht hat und das Ziel Hamburg zeitgerecht erreicht hat. Ein echter Profiskipper, bei dem man sich in guten Händen wissen kann. Allerdings war es für mich schon ein wenig ungewohnt, war dies in den 30 Jahren, in denen ich nun mit Begeisterung segele, der erste längere Törn, bei dem ich nicht der Skipper an Bord war. Eine weitere Erkenntnis für mich ist, dass drei Nachtfahrten auf der herbstlichen Nordsee unter wiedrigen und wechselnden Wetterbedingungen eine besondere Herausforderung sind. Mal eben was Kochen (auch nur ein Brot schmieren), An- und Ausziehen, zur Toilette gehen, Ruder gehen, werden bei einem in der Welle auch mal bockigem Boot, wirklich anstrengend. Um so wichtiger ist eine gute, wettertechnische Planung einer solchen Passage. Und hier muss ich erkennen, dass ich noch Lernpotential habe, was insbesondere das großräumige Planen einer See-Passage und das Wetterouting angeht. Also weiter Lernen und Segeln gehen, und dann auf zu neuen Zielen!
Super Rainer
Ein schöner Abschlussbericht 😁
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