Schönes Amrum

Auf einer unserer Wanderungen auf Amrum sind wir an einer Aussichtsstelle auf eine junge Hamburger Familie getroffen und ein wenig ins Gespräch gekommen. Ob wir denn das erste Mal auf Amrum seien wurden wir gefragt, weil unsere Fragen uns wohl als Amrum-Newbies entlarvt hatten. Ja, und wir entgegneten, dass es uns ausgesprochen gut gefällt und Amrum das Potential zur unserer neuen friesischen Lieblingsinsel hätte. Daraufhin bat man uns, zu Hause nicht zu viel Gutes von Amrum zu erzählen, damit die Insel ihren ruhigen und fast intimen Charakter behalten können. Ich versprach, dass wir schauen, was wir da machen können…

Als wir Tönning am Morgen kurz vor Hochwasser gegen 04:15 Uhr Richtung Amrum verließen, war es noch fast stockdunkel. Glücklicherweise trat der Mond hinter den Wolken hervor uns spendete ein wenig Licht, so dass man bald den Horizont gut erkennen konnte. Zum ersten Mal kam auch mein Radar zum Echt-Einsatz. Es half sehr dabei, die fast ausnahmslos unbeleuchteten Tonnen des Fahrwassers zu finden, so dass nach wir nach ca. 1,5 Stunden sicher am Eidersperrwerk ankamen. Das Schleusen verlief problemlos und hinter der Schleuse setzen wir dann auch die Segel, um unsere Reise CO2-neutral forzusetzen. Wir hatten die Abfahrzeit in Tönning sehr gut gewählt, hatten wir doch bei ablaufendem Wasser an der Eider-Barre (Flachhstelle in den „Einfahrten“ der Seegatten) noch auskömmliche 3 Meter Wassertiefe. Nach dem Überwinden der Barre können wir direkten Kurs Richtung Rütergat anlegen, der „Zufahrt“ von der Nordsee zu den Inseln Amrum und Föhr. Bei ordentlichem Wind und auch Welle, waren wir recht zügig unterwegs und konnten schon gegen 12:30 Uhr nach ca. 45 Seemeilen auf Amrum festmachen. Amrum kann mit einem Tiefgang von 1,50 m zu jeder Tide angelaufen wäre, so dass unsere Ankunft kurz nach Niedrigwasser kein Problem war.

Für unseren Besuch auf Amrum hatten wir mindestens 2 Tage eingeplant. Aufgrund der Wetterverhältnisse (Starkwind und Wind aus der falschen Richtung) wurden dann aber doch 4 Tage, die wir blieben. Beileibe keine Strafe! Das muss ich zum Leidwesen der Hamburger Urlauber leider sagen. Amrum ist eine wunderschöne Insel. Trotz des Autoverkehrs auf der Insel, strahlt sie doch eine Ruhe aus, wie wir sie sonst nur von autofreien Inseln wie z.B. Juist kennen. Sogar beim coronabedingten Warten auf einen Einkaufwagen beim Insel-Supermarkt geht alles mit einer herrlichen Gelassenheit zu. Mit dem Kniepsand, einem 15 km langen und bis zu 1,5 km breiten Sandstand, der sich über die gesamte Westseite der Insel erstreckt, findet jeder Besucher ein ruhiges Plätzchen zum Baden oder einfach nur zum Ausruhen. Neben dem Hauptort Wittdün gibt es noch die Dörfer Steenodde, Süddorf, Nebel und Norddorf. Besonders Nebel mit seinen vielen niedlichen reetgedeckten Häuser muss man ein wenig hervorheben. Den Fisch-Filialisten Gosch sucht man vergebens auf der Insel. Ist aber auch nicht nötig. Nicht weniger leckere Fischbrötchen – wenn nicht bessere – bekommt man auch bei einem der heimischen Fischhändlern geboten.

Anders als sonst üblich mit dem Rad, haben wir Amrum zu Fuß und mit dem Bus erkundet. Mit dem Rad kann man viele der Wanderwege durch die Dünen auf Sand- oder Bohlenwegen nicht befahren. Besonders gut gefallen haben uns die Wege entlang des Watts auf der Ostseite der Insel und natürlich die Umrundung der Amrumodde im Norden der Insel.

Ein paar Impressionen:

Mogen ist der Wind hinsichtlich Richtung und Stärke so, dass es weiter nach Helgoland gehen kann. Wecken um 7 Uhr, Abfahrt um 8 Uhr zur Hochwasserzeit. Dann werden wir mit dem ablaufenden Wasser die rund 35 Seemeilen Richtung Helgoland getragen. Sicher wir es wieder eine schnellen Reise!

Eiderenten? æðrenten!

Bald sollten wir die Eider erreichen. Aus Brunsbüttel ca. 40 km den Nord-Ostsee-Kanal in Richtung Kiel bis zum Abzweig in den Gieselaukanal, der die Eider via Gieselauschleuse mit dem „Kiel-Kanal“ verbindet. Besonders gespannt waren wir natürlich darauf, eine Eiderente zu entdecken. Unweigerlich stellten wir uns dann natürlich die Frage, wie denn die berühmte Eiderente wohl aussieht und was besonders an ihr ist, weil sie ja wohl nur an der Eider anzutreffen ist.

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Auf Abwegen

Anruf auf Kanal 16: „Segelyacht Canata, Canata, Canata, hier ist die Potsdam.“ „Canata hört.“ „Bitte wechseln Sie auf Kanal 10.“ Dann auf Kanal 10: „Hier ist die Potsdam, ein Schiff der deutschen Küstenwache. Sie wissen, dass Sie auf der falschen Seite des Fahrwassers unterwegs sind?“ „Ja, wollte aber bald auf die richtige Seite wechseln, wenn sich eine gute Gelegenheit ergibt.“ „Ich bitte Sie, dies nun unverzüglich zu tun, oder außerhalb des Fahrwassers bleiben. Danke und Over!“

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Zick-Zack nach Norddeich

Partybeleuchtung ohne Ende. Man weiß gar nicht so genau, welches Licht zu welcher Tonne gehört. Und da vorne! Ist da Land? Nein, nur ein riesiger Offshore-Windpark, der im Gleichtakt rot aufblinkt und wie eine Wand am Horizont erscheint. Glücklicherweise haben wir bei der nächtlichen Durchquerung der Emsmündung nur sehr wenig Schiffsverkehr und auch die Fischer scheinen die Nacht von Samstag auf Sonntag lieber bei der Familie zu verbringen, als auf der Nordsee.

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Verkauft, verkocht, sold…

Nach nunmehr 6 Segelsaisons mit geschätzten 7.000 SM im Kielwasser an insgesamt ca. 350 warmen, kalten, windigen, stürmischen, regnerischen, sonnigen oder auch Flauten-Tagen habe ich LuMMEL gestern in neue Hände geben können.

12 Länder (Niederlande, Polen, Litauen, Lettland, Estland, Finnland, Alands, Schweden, Dänemark, England, Frankreich und Belgien) haben wir in dieser Zeit besucht. Ich denke, es gibt in Holland nicht allzu viele Boote dieser Größe, die so viel von der Welt gesehen haben 🙂

neue_EignerDie neuen Eigner – Nicole und Peter – werden mit LuMMEL weiter in Friesland bleiben und sich von Heeg aus die Friese Meeren, das Ijsselmeer und die Wadden erschließen. Falls Ihr LuMMEL (ob der Name wohl bleibt??) mal unterwegs trefft, seid recht nett, helft beim Anlegen, dann bekommt ihr sicher auch ’nen Anlegeschluck 🙂

Wie es hier dann weitergeht, ob es eine Fortsetzung des LuMMEL-Blogs nur mit einer anderen Hauptfigur geben wird oder es doch ein neuer Segelyacht-XYZ-Blog werden wird, ist noch nicht ganz klar. Aber bald!

Bis dahin, Rainer.