Resümee

Mittlerweile habe ich wieder dauerhaft festen Boden unter den Füßen, schlafe in einem richtigen Bett, muss nach dem Toilettengang nicht mehr per Hand Wasser in die Toilette nachpumpen ;-), muss nicht mehr von Hand spülen und habe viele weitere Annehmlichkeiten zurückgewonnen. Aber was sind diese Annehmlichkeiten schon gegen eine Segelreise? Da schläft man doch richtig gerne in der Koje und auch der Abwasch per Hand hat eher meditativen Charakter. Also ihr seht, ich könnte eigentlich schon bald wieder los…

Viele haben mich zu Hause gefragt, was denn das Highlight meiner Reise war. Ehrlich gesagt fällt es mir schwer, eines heraus zu picken. Alle Stationen, ob nun Schottland mit den Inseln im Norden, Norwegen mit den Fjorden und Sunden, Schweden mit den Schären und auch das sandige Dänemark haben irgendwie ihre besonderen Highlights. Aber wenn ich denn doch was nennen müsste, so ist es sicherlich die kleine schottische Insel Fair Isle. Eine Insel, die nicht beliebig zu erreichen ist und vieles vereint, was Schottland zu bieten hat. Schroffe Felsen, dramatische Klippen, grün geputzte Hügel, Schafe und natürlich eine Vielzahl von Vögeln, die man als Amateur alle kaum auseinanderhalten kann.

Aber auch die Wanderung zum Preikestolen und der Fahrt durch den Lysefjord mit seinen steilen Felswänden, wird sicher noch lange in der Erinnerung bleiben. Zumal ich mit Annette in Norwegen ein tolles Wetterfenster erwischt hatte, was Norwegen nicht in jedem Sommer so bietet.

Leider habe ich auch etwas nicht so schönes mit nach Hause gebracht… Auch wenn die Wunde von meinem Sturz bei Joggen in Strusshamn mittlerweile verheilt ist, so hat wohl auch die Patella-Sehne etwas abbekommen. Da ich immer noch nicht komplett schmerzfrei laufen kann, muss das Knie nochmal MRT-mäßig unter die Lupe genommen werden. Ich hoffe, dass nicht auch noch eine OP ansteht…

Mein Planung der Reise ist im Prinzip sehr gut aufgegangen. Ich habe fast alle Orte, die ich erreichen wollte auch erreicht. Ausgenommen Oslo. Da war meine Überlegung, innerhalb von 3 Wochen von Bergen nach Oslo zu segeln ein wenig zu sportlich. Zumal die Wege in die Fjorde bei Bergen (Hardanger) und bei Stavanger (Lysefjord) doch recht zeitaufwändig sind. Daher haben wir uns die Passage von Kristiansand über Oslo nach Göteburg für das nächste Jahr als 4-wöchige Urlaubsreise vorgenommen.

Zum Schluss noch ein paar Zahlen. Insgesamt war ich von Stavoren nach Stavoren 92 Tage unterwegs. 33 Tage davon waren reine Hafentage, 59 Tage war ich demnach auf See. Ich habe 4 Nachtfahrten gemacht, wovon die längste mit 193 Seemeilen, die von Lerwick nach Kleppavika (bei Bergen) war. Insgesamt war ich 454 Stunden auf dem Wasser unterwegs. davon bin ich 270 Stunden gesegelt und 185 Stunden lief der Motor. Also fast 70% der Reise habe ich unter Segeln zurückgelegt. Von den 185 Motorstunden entfallen jedoch ca. 44 Stunden auf Hafenmanöver, Motor laufen lassen beim Angeln und allein fast 10 Motorstunden nach dem Wasserschlag zwischen Schottland und Norwegen, weil ich den Motor sicherheitshalber laufen lies, obwohl ich gut segeln konnte. So haben sich mit den Energiequellen Wind und Diesel auf der Reise 2.198 Seemeilen (4.071 KM) angesammelt. Wer sich die Etappen genauer anschauen möchte, kann dies in diesem PDF tun.

Nun möchte ich mich noch bei euch für die vielen netten Kommentare auf den verschiedensten Kanälen und für das Mitreisen bedanken. So fühlte ich mich auf den immerhin 8 Wochen des Solo-Segelns immer eine wenig in Gesellschaft 🙂 Und natürlich einen großen Dank und einen dicken Kuss an Annette, die mich für immerhin 3 Monate hat ziehen lassen, um meine Segelträume zu verwirklichen 🙂

6 Gedanken zu “Resümee

  1. Avatar von Andrea Andrea

    Ich habe als ehemalige Besitzerin der Segelyacht Canata den lebhaften Reisebericht mitverfolgt und hatte viel Freude an der spannenden Reise. Tolle Reise. Schön, dass Canata so viel segeln darf und den Trip als treue Begleiterin mit Bravour gemeistert hat.
    Maritime Grüße sendet Andrea

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  2. Avatar von Manfred Manfred

    Lieber Rainer, ich wiederhole mich sehr gern: tolle Reise, sehr lesbare und lesenswerte Berichte, die jeder einzelne Spannung auf den nächsten aufbaute. Und vor allem eine 1a nautische und seglerische Leistung. Ich drücke die Daumen für des Skippes Geläuf 😉Liebe GrüßeManfred

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