Frühes Aufstehen war angesagt. Um 8 Uhr wollte ich den Leihwagen abholen und dann wollten wir uns auch blad auf den Weg nach Oslo machen.
Entspanntes Autofahren in Norwegen. Geschwindigkeitslimit liegt bei max. 110 und da halten sich auch (fast) alle dran. Keine Drängler, keine Raser, alles geht sehr gelassen vor sich. Mit einem winzigen Baustellenstau erreichten wir dann am Mittag nach 4 Stunden Fahrzeit die norwegische Hauptstadt. Auch wenn das Parken für einen Nachmittag wohl um die 50 € kosten würde, sind wir direkt in die City ein Parkhaus gefahren. Zunächst hat mich die Stadt ein wenig „überfordert“. Die Ruhe und doch relative „Abgeschiedenheit“ der letzten Tage und nun ein mit vielen Menschen bevölkerte Stadt, Ampeln, Verkehrslärm etc. Da braucht man schon einen Moment, sich daran zu gewöhnen. Es wurden dann aber ein paar schöne Stunden in der an diesem Tag sonnigen und heißen norwegischen Hauptstadt. Nach unserem ca. 15 km-Erkundungs-Fußmarsch zu den (meisten zu Fuß erreichbaren) Highlights, waren wir dann abends im Hotel recht groggy.











Am Morgen ging es nach dem Frühstück dann zum Flughafen. Abschied von Annette nach einem wirklich sehr schönen 3-wöchigen Urlaub in Norwegen bei meist guten bis sehr gutem Wetter und vielen schönen Erlebnissen, insbesondere die schönen Liegeplätze und natürlich der Besuch des Preikestolen.


Bis zur Ankunft von Konstantin, der erst am Nachmittag landete, musste ich nun einige Stunden mit Aktivitäten füllen, denn ich wollte nicht nur am Flughafen die Zeit absitzen. Nach Oslo in die Stadt fahren wollte ich nicht mehr. Nach ein wenig Unterstützung vom Reiseführer „Google“ kamen 2 Ziele in Betracht, die ich dann auch besuchte. Das erste war Eidsvoll. Ein kleiner Ort noch etwas nördlicher vom Flughafen. Aber für Norwegen und die Norweger ein durchaus wichtiger. In Eidsvoll wurde am 17. Mai 1814 die erste norwegische Verfassung verabschiedet. Dieser Tag ist seither der norwegische Nationalfeiertag. Kein großes Schloss, sondern das Privathaus eines damaligen Stahlwerk-Unternehmers diente den 110 Männern (ja, nur Männer…) als Ort für die 6-wöchige Erarbeitung der Verfassung und damit der Weg in die Unabhängigkeit von Schweden. Ein netter Park umgibt dieses Anwesen, in dem ich noch ein wenig herumgeschlendert bin, bevor ich mich zu meinem 2. Ziel auf den Weg machte. Dies war eine Smaragd-Höhle, ein paar weitere Kilometer noch Norden. Am Ufer eines großen Sees konnte man sich mit dem notwendigen Werkzeug ausstatten lassen und sich auf das Schürfen von Edelsteinen einlassen. Nicht nur für Kinder interessant, ich hatte den Eindruck, dass sich auch einige Edelsteinexpertinnen und Experten hier aufhielten. Man durfte auch alles, was man findet mit nach Hause nehmen. Ich begnügte mich jedoch mit einem Spaziergang durch die Anlage und die Erkundung der einen oder anderen Höhle. So hatte ich den Nachmittag sehr kurzweilig verbracht, bevor Konstantin dann pünktlich um 16:20 in Oslo landete und wir uns auf den Weg zurück zum Boot nach Kristiansand machten.








Mit Konstantin wollte ich dann etwas größere Schläge machen und innerhalb von einer Woche Göteborg erreichen. Zwei Etappe noch entlang der norwegischen Küste, dann ein langer Schlag nach Osten durch das Skagerrak nach Schweden und dort in 3 weiteren Tagesetappen nach Süden in Richtung Göteborg. Die Aussichten für diesen Plan waren ganz gut. Neben dem Wind versprach die Woche auch eine wettermäßig sehr schön zu werden. Also ging es am Sonntagmorgen entlang der norwegischen Küste. Unser Tagesziel waren die Schären bei Arendal. Dort wollten wir uns einen schönen Übernachtungsplatz in den Schären suchen. Und n fanden wir dann auch am Ende des Tromøysunds, der die vorgelagerte Insel Tromøy von Festland bei Arendal trennt. Hinter einer kleinen Insel lagen wir geschützt und in Gesellschaft einer Breehorn 49, die von der Breehornwerft in Woudsend gebaut wird und direkt neben meinem Winterhafen liegt. Ein tolles Schiff, was ich schon des Öfteren am Ijsselmeer gesehen haben. Der auffällige, hellblaue Rumpf mit dem Schiffsnamen „Laaxum“ in großen Lettern hat einen gewissen Wiedererkennungseffekt.






Die nächste Etappe ging nach Risør. Die weiße Stadt am Skagerrak. Nur wenige bunte Häuser sieht man hier. Und bei diesem herrlichen Wetter fühlten wir uns ein wenig nach Griechenland versetzt. Ein großes Hafenbecken und inmitten ein Restaurant, was auch eine Taverne hätte seien können. Nur griechischen Salat, Saganaki und Zaziki gab es dort nicht auf der Karte. Ansonsten war Risør für einen Abend unser Mykonos in Norwegen 😊. Und der letzte Abend in Norwegen.






Nach nunmehr viereinhalb Wochen in Norwegen geht es morgen recht früh auf die ca. 65 Seemeien-Reise quer durchs Skagerrak in Richtung Schweden. Wir sind gespannt auf die baumlosen schwedischen Westschären, in die wir bei Grebbestad eintauchen wollen.