Canata

Ungefähr 2 Wochen hat meine bootlose Zeit nun gedauert. Das war schon hart 😉 Umso mehr freu ich mich, dass das Segeln weitergehen kann. Größer, schneller, weiter 🙂 Wobei ‚weiter‘ wahrscheinlich die größte Herausforderung sein wird, reinzeitlich gesehen. Parallel zum Verkauf meines Bootes hatte ich natürlich schon den Markt sondiert und mich über verschiedene Bootstypen informiert. Eigentlich war ich schon immer auf eine Victoire 933 oder 1044 eingeschossen. Vor allem wegen der Pinnensteuerung, die ich eigentlich auch bei einem neuen Boot haben wollte. Victoires kommen bzw. kamen von einer niederländische Werft aus Alkmaar, die aber insolvenzbedingt keine Schiffe mehr baut. Sie galten als die Halberg-Rassys Holland (im Auto-Sprech: Mercedes unter den Booten), was sich natürlich auch im Preis niederschlägt. Bei einem „Yachtmakler-bummel“ an einem Wochenende in Stavoren ist mir dann aber eine Dehler 35 Cruising aufgefallen. 10,50 lang und 3,30 breit und dieses Boot einem Tiefgang von 1,50 (sonst 1,80) so gerade noch ok für die meist flachen Friese Meeren und die Kanäle. Gebaut wurde dieser Bootstyp – anfangs als Dehler 35 CWS und später leicht modifiziert als Dehler 35 Cruising – in den Jahren 1993 bis 1998 im schönen Freienohl im Sauerland von Dehler Yachtbau. Insgesamt 280 Stück. Das Boot beim Skipshandel Stavoren war aus dem Jahr 1996. Nach dem Lesen von Tests und weiterer Recherche um Netz zu diesem Boot stand schnell für mich fest, dieser Typ soll es werden: schnell und sportlich, dabei aber auch komfortabel und vor allem auch einhandtauglich. Das heißt, auch von mir allein gut zu beherrschen, trotz der Radsteuerung, die ich eigentlich nicht wollte. Also eine gute Alternative zu Victoire.

Neben dem Schiff in Stavoren gab es aber noch 4 weitere Schiffe des Typs mit einem Tiefgang von 1,50 auf dem Boots-Markt in Holland und Deutschland. Also haben mich weitere Samstags- und Sonntagsausflüge nach Jemgum an die Ems, nach Willemstad in Südholland, nach Lelystad am Ijsselmeer und sogar bis nach Orth auf Fehmarn geführt. Man soll ja nicht gleich dem erstbesten Angebot erliegen… In Jemgum wäre ich dann aber am liebsten dem zweitbesten Angebot erlegen. Die „2gether“ aus dem Jahr 1997 machte einen top-gepflegten Eindruck. Laufende Investitionen des Eigners in Ausrüstung und Segel, regelmäßige Motorwartungen bei einer geringen Anzahl von Laufstunden machte das Schiff hochinteressant. Aber da war noch was…. Ich hatte ja noch ein Boot 😦 Und das musste ich ja erst an die Frau oder den Mann bringen. Hatte ich Annette doch versprochen, dass erst verkauft wird und dann gekauft! Ist auch richtig so, sonst hätte ich mich über den Winter um 2 Boote kümmern müssen. Und eine Reederei wollte ich außerdem nicht gründen! Es war dann nicht verwunderlich, dass die „2gether“ von der Ems recht schnelle verkauft wurde, bevor ich mich mit Nicole und Peter einigen konnte…

Nachdem auch die Dehler in Willemstad und auf Fehmarn ausgeschieden waren, blieben noch 2 Schiffe auf meiner „Shortlist“. Aus Lelystad die „Maximus“ und eben das Schiff in Stavoren. Die „Maximun“, sehr schick mir dunkelblauem Rumpf, hätte mir auch gefallen können. Aber mir sagte mal jemand (es war es der verkaufstüchtige Makler in Stavoren 😉 ), dass ein Kratzer im Boot immer weiß ist, auch auf einem blauem Rumpf … und das sieht dann nicht mehr schön aus. Es war aber nicht nur der blaue Rumpf der mich dann wieder zurück zum Ausgangspunkt gebracht hat. Neben meinem Bauchgefühl war dann auch der Preis attraktiver, der auch noch einen gewissen Spielraum für Investitionen ließ, den man bei einem Bootskauf immer bedenken sollte, da auch bei noch so guter Ausstattung eigene Wünsche noch umgesetzt werden wollen. Und so wurde es Canata aus Stavoren:

 

 

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Aber zuvor wurde Canata noch von einem Bootssachverständigen genau unter die Lupe genommen. Ich kenne mich zwar mittlerweile ganz gut mit Schiffen aus, aber das Erkennen von strukturellen Schäden an Mast, Rumpf und Maschine traue ich mir dann doch nicht zu. Und genau dahin hat Herr Schuijt auch geschaut.

 

 

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Herausgekommen ist, dass ich das Schiff beruhigt kaufen kann. Ein paar kleinere Mängel am Windmesser, am Dieselfilter und den Batterien wurden bzw. werden noch vom Vor-Eigner behoben. Daneben gab es von Herrn Schuijt auch noch wertvolle Hinweise, die nicht als Mangel anzusehen waren, sondern eher auf anstehende Instandhaltungen in den nächsten Jahren hindeuteten.

Also konnte ich das Schiff am 1.11.2018 übernehmen. Wie passend, dass ich den Feiertag mit einem Tag Urlaub zu einem verlängerten Wochenende ausweiten konnten, so dass ich mich Canata vertraut machen konnte.

IMG-20181103-WA0011

Von diesem ersten Wochenende mit Canata und davon, was Canata eigentlich bedeutet, davon gibt es bald mehr an dieser Stelle. Bis dahin, bleibt mir gewogen!

Viele Grüße,
Rainer

 

13 Gedanken zu “Canata

  1. Pingback: Ein kleiner Stupser… – SY LuMMEL

    1. Voll der Luxus… sogar goldene Wasserhähne 😉 Zu den Lofoten? Gerne gleich im Frühsommer, muss nur noch mit meinen Chef sprechen… 🙂 Und kommt doch mal mit „Ah…Ida“ nach Friesland, dann machen wir mal eine Regatta! Grüße, Rainer

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  2. Norbert Deck

    Deine „alte“IBERTA“ ist immer noch top in Schuss und macht uns weiterhin großen Spaß, aber um dieses schöne Schiff beneiden wir Dich schon sehr. Wir wünschen Dir viele schöne Törns damit und freuen uns schon auf die ersten Berichte.

    Gefällt 1 Person

    1. Hallo Norbert,
      dann bestelle Liberta mal schöne Grüße! Segelt ihr sie noch immer am Rhein?
      Schön, das Euch meine Berichte gefallen und Ihr mir noch auf den Fersen seid.
      Grüße,
      Rainer

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