Über Bord gegangen

Nein, keine Sorge, nicht ich. Aber eine alte Seglerweißheit sagt, dass das Erste, was bei einem Segeltörn über Bord geht, die Planung ist. So geschehen bei meinem geplanten Segel-Highlight des Jahres 2023. Eigentlich sollte mein gebuchter Segeltörn (nein, diesmal keine Reise mit Canata) vom westschottischen Oban über die Hebriden, Orkneys durch den Pentland Firth auf die Ostseite Schottlands gehen und im weitern Verlauf über die Nordsee über Helgoland nach Hamburg.

Jedoch schon vor Ankunft in Oban kam von Constantin, Skipper der Segelyacht Charisma (www.charisma4sea.de), die traurige Nachricht, dass die Wetterlage die ursprünglich geplante Reoute nicht hergibt. Umfangreiche aufziehende Tiefdruckgebiete, die sich aus „alten“ Hurrikans entwickelt hatten, zögen in der ersten Woche unserer Reise über Schottland hinweg und brächten neben viel Regen, den man alleine noch ertragen könnte, aber eben auch viel, sogar sehr viel Wind bis Sturmstärke mit. Dies machte eine Querung des Pentland Firth, eines der gezeitenstärksten Reviere der Welt, für uns mit einem 14-Meter-Schiff gefährlich, gar unmöglich.

Komplexe Wetterlage

Also musste eine Alternative her. Aus dem geplanten Rund-Schottland wurde kurzerhand ein Durch-Schottland. Prinzipiell keine Strafe, denn es geht seit Vorgestestern nun duch den Kaledonia-Kanal (https://de.m.wikipedia.org/wiki/Kaledonischer_Kanal), der die schotttischen Highlands quer von Südwesten in nordöstliche Richtung über Inverness in die Nordsee und den Moray Firth führt.

Highlights einer Passage des Kanals sind sicherlich die Schleusen. Insgesamt sind es 29. Teilweise einzelne, aber auch Schleusentreppen, bei denen bis zu 8 Schleusen hintereinander angeordnet sind und ein Schleusenvorgang von der einen direkt in die nächste Kammer führt. Die bekannteste ist sicher Neptune’s Staircase im Süden bei dem kleinen Ort Banavie.

Neptune’s Staircase in Dauerregen
Einfahrt in die Schleuse

Leider könnten wir die sicher traumhafte Landschaft der schottischen Highland nur bedingt geniesen. Ein ständiger Wolkenschleier und Regenschauern schränkten die freie Sicht doch schon arg ein. Auch den höchsten Berg des Königreiches, den Ben Nevis (1.345 Meter) konnte man nur durch den Dunst erahnen.

Ben Nevis im Nebel
Ein heiterer Moment unter Vorsegel

Im Moment liegen wir in Fort Augustus am südlichen Eingang zum bekannten See Loch Ness, welcher ein Teil des Kanals darstellt. Also wird es wohl doch nochmal spannend… ob wir morgen einen Blick auf Nessi erhaschen können? Stay tuned!

Ob wir Nessi sehen werden?

Noch ein kleiner Bilderbogen der ersten Tage:

Seaside Oban
CHARISMA in Oban
Meine Koje
Die Mannschaft für 2 Wochen

2 Gedanken zu “Über Bord gegangen

  1. Avatar von Manfred manfred3947260832

    Moin Rainer. Sehr schöner Bericht und tolle Fotos. Die Gegend haben Sigrid und ich mal abgeklappert – leider nur mit dem Auto. War aber trotzdem schön. Viel Spaß und eine sichere Heimkehr. LG, Manfred von der Rüm Hart

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  2. Avatar von Gerald Ihring Gerald Ihring

    Hi Rainer immer wieder schön dir zu folgen. Deine „Schreibe“ wie immer
    toll zu lesen und die Bilder passend dazu was möchte der Betrachter mehr.
    Weiter so freu mich schon auf deinen nächsten Bericht.
    Lg Gerald

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