Von Egersund nach Farsund

Sommerurlaub in Farsund

In diesen Tagen hatten wir echtes Glück mit dem Wetter, schon die letzten Tage waren richtig schön und für norwegische Verhältnisse richtig heiß. Sommerurlaub eben! Und so sollte es auch noch ein paar Tage bleiben.

Nach dem Frühstück und einem morgendlichen Bad im erfrischenden Fjord-Pool ging es bei sommerlichem Wetter Richtung Egersund. Wir mussten unsere Vorräte ausfüllen und Wasser tanken. Dazu ging es gemütlich durch den Sund vorbei an herrlichen Felsen- und Waldlandschaften. Und zum zweiten Mal (das erste Mal in Bergen) begegneten wir dem Schiff „Guppy“ der Laura Dekker World Sailing Foundation. Laura Dekker, bekannt geworden als jüngste Solo-Weltumseglerin und insbesondere für den gerichtlichen Rummel im Vorfeld der Weltumseglung. Niederländische Behörden entzogen den Eltern zunächst das Sorgerecht, um das Vorhaben zu stoppen bevor sie dann doch im Alter von 14 Jahren für ca. 17 Monate auf Reise gehen konnte und die Weltumsegelung erfolgreich abschloss. Ihre Stiftung hat zum Ziel, Jugendlichen auf See Respekt, Teamfähigkeit und Selbstvertrauen beizubringen.

Nach unseren Einkäufen und einem kleinen Rundgang durch Egersund, ging es durch den östlichen Teil des Sundes wieder hinaus auf die Nordsee. War der westliche Sund noch landschaftlich sehr reizvoll, sahen wir im östlichen Teil einiges an Industrie. Nun denn, auch Norwegen kann ja nicht nur aus unverbauter Natur bestehen. Und aus irgendeinem Holz müssen ja die Kiefernmöbel hergestellt werden…

Anders, als noch am Vortag geplant, ließen wir Flekkefjord aus. Es ging (leider ohne Wind und unter Motor) nach Borhaug, ca. 2 Seemeilen östlich des Leuchtturms Lista Fyr. Eine für Norwegen eher untypische Küstenlandschaft erwartete uns. Ein Feuchtgebiet als Teil der Halbinsel Lista. Keine felsige Küste, sondern eine nicht hoch aufragende Landschaft, an deren Stränden auch gesurft werden kann. Ein kleiner gemütlicher Hafen, von dem aus wir am folgenden Morgen einen Spaziergang zum Leuchtturm Lista Fyr machten. Und schon wieder sahen wir Nebelschwaden auf See aufziehen und befürchteten schon, wegen des Nebels nicht auslaufen zu können. Aber die Sonne war dann doch so kräftig, dass gegen 14 Uhr der Nebel verzogen war und wir unsere nächste Etappe in den Schärengarten von Farsund starten konnten. Anfangs lag die Nordsee wir Blei vor uns, kein Lüftchen regte sich und unser Diesel musste für den notwendigen Vortrieb sorgen. Doch irgendwann kam dann doch noch ein Lüftchen auf, so dass wir in den Schärengarten von Farsund hineinsegeln konnten. Vorbei an großen und keinen Inseln, nur knapp aus dem Wasser herausragenden Steinen und dem Leuchtturm Katland Fyr landeten wir in einer Ankerbucht auf 10 Meter tiefem sandigem Grund in Sichtweite von Ferienhäusern, wie sie nicht schöner liegen könnten. Schon im Hafen von Borhaug hatte ich unser Dinghi klar gemacht und konnte nun eine Runde ums Boot drehen und ein paar Aufnahmen machen, die ein Bootseigner besonders liebt. Aufnahmen vom Schiff vor Anker 😊.

Da das Wetter noch mindestens einen Tag schön blieben sollte, wollten wir noch eine weitere Nacht in den Schären von Farsund verbringen. Nach einem semi-erfolgreichen Angelversuchen (ein kleiner Lippfisch) fanden wir dann einen traumhaften Liegeplatz an einem der vielen kostenlosen Anlegestellen auf der Insel Langøy, etwa 3 Seemeilen östlich von Farsund. Der perfekte Ort zum Chillen, Baden, Angeln (wieder ohne Erfolg) und am Abend mit einem tollen Sonnenuntergang.

Am nächsten Tag sollte dann die sommerliche Wetterperiode zu Ende gehen. Ab ca. 9 Uhr Regen, der wahrscheinlich den ganzen Tag auch nicht aufhören sollte. Also verzogen wir uns nach dem ersten Kaffee in den Hafen von Farsund, um dort den Regen und damit einhergehenden Starkwind abzuwettern. Und so kam es auch. Bis auf eine kurze Regenpause, die wir zu einem Gang in den Supermarkt nutzen konnten, meinte Petrus es mit der Versorgung mit Wasser von oben recht gut. Dauerregen par excellence!

Und während ich diese Zeilen schreibe, regnet es immer noch. Daher auch keine Bilder aus Farsund… Wir hoffen, morgen weiter nach Mandal ziehen zu können und dass die angesagten schwachen westlichen Winde reichen werden, die ca. 25 Seemeilen segeln können und nicht wieder den Motor bemühen müssen. Das haben wir in den letzten Tagen leider allzu oft machen müssen. Und gerne darf es auch trocken bleiben.

4 Gedanken zu “Von Egersund nach Farsund

    1. Avatar von optimistic2e57631a74 optimistic2e57631a74

      Wieder ein toller Bericht! Die Gegend ist ja wohl traumhaft! Und sogar das Wetter spielt manchmal mit 😃. Euch noch schöne gemeinsame Resttage. LG Ingrid

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  1. Avatar von Stefanie K Stefanie K

    Wow, wieder tolle Fotos und ein anschaulicher Bericht! Danke, dass du uns über diesen Blog ein wenig mit auf die Reise nimmst. Euch weiterhin gute Fahrt und noch viele schöne Erlebnisse!

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