Von Warnemünde nach Hiddensee

Dienstag, 2.6.2015
0 Seemeilen

Die Nacht auf Dienstag war eigentlich noch ganz ruhig. Aber am Morgen hat es dann angefangen zu pfeifen. Da bleibt LuMMEL besser in Deckung! Das schon angekündigte Sturmtief Jürgen nimmt an Fahrt auf. Und wir nehmen daher die Fahrt mit DB-Regional nach Rostock auf, um einem kleinen Stadtbummel zu machen. Den Plan, einen Fahrradausflug entlang dem Ostseeküstenradweg zu machen, opfern wir gerne. Wind der Stärke 6-8 sind dann in der Stadt doch ein wenig besser zu ertragen als auf dem Fahrrad gegen den Wind :-). Morgen ist ja auch noch ein (Hafen)Tag.

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Rostock ist eine nette alte Hansestadt, die aber im Krieg wohl arg Federn lassen musste. Viele der alten Gebäude sind aber nach dem Krieg und der Wende wieder  flott gemacht worden, so dass Rostock einen schönen Mix aus Modere und Tradition bietet. Ein Aufstieg auf die St. Petrikirche (196 Stufen) wird durch einen schönen Rundumblick über die Stadt belohnt. In der Kirche haben mich besonders die „fliegenden“ Rahsegler beeindruckt. Einen Tag kann man gut in Rostock verbringen.

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Am Abend hatten wir da noch eine Premiere. Wir haben unseren Cobb-Grill auf dem Boot eingeweiht. Er kann nicht nur Grillen, sondern es können auch Kartoffeln uns andere Köstlichkeiten gegart werden. Ein klasse Teil für den Bordgebrauch.

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Mittwoch, 3.6.2015
0 Seemeilen, aber 40 km über Land (per Fahrrad)

Heute war es dann soweit. Wir haben uns in Warnemünde Räder geliehen und sind ein kleines Stück des Ostseeküstenradwegs von Warnemünde nach Graal Müritz gefahren. Wenn dieser Radweg überall so schön ist wie auf diesem kleinen Teilstück, ist dieser Radweg auch mal einen Urlaub wert. Soweit ich weiß, reicht er von Flensburg bis Swinemünde. Also viele Möglichkeiten sich auf den (Rad)Weg zu machen! Glücklicherweise führte unser Teil-Stück meist durch Wälder, so dass der immer noch starke Wind uns meist nichts anhaben konnte. Verfahren konnten wir uns auch nicht, Schilder waren genug vorhanden.

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IMG_0052Von der Fähre auf die andere Seite der Warnow auf die Hohe Düne, konnten wir Fotos von der Sedov machen, die am Morgen in den Hafen von Warnemünde eingelaufen war. Die Sedov ist eine 1921 in Kiel erbaute, 117 Meter lange Viermastbark. Das zweitgrößte, noch segelnde Schiff weltweit. Übertroffen nur von einem Neubau, der Royal Clipper. Ein beeindruckender Anblick. Sie dient heute als russisches Segelschulschiff. Beinahe wäre sie 1937 auf der Überfahrt von Buenos Aires nach Hamburg untergangen. Zu dieser Zeit war die Sedov noch als Weizen-Frachtsegler im Einsatz. Grund für diesen Beinahe-Untergang war, dass durch einen unglücklicherweise durchziehenden Hurrikan sich die Weizen-Ladung verschob und für 56° Schlagseite sorgte. Mit Hilfe anderer Schiffe konnte das Schiff aber stabilisiert werden und Hamburg aus eigener Kraft erreichen. Glück gehabt!

Neben der Sedov lag noch ein Kreuzfahrtschiff im Hafen. Die Ocean Dream. Voll mit Japanern, die dann am Abend die City von Warnemünde überschwemmten. Jeder Zweite mit einem Mundschutz. Vielleicht hätte man sie aufklären sollen, dass wir nicht in Tokio sind und wir an der Ostsee die deutlich bessere Luft haben. Lustig war auch ein Pärchen am Nebentisch beim Abendessen. Sie haben sich an einer Schweinshaxe vergangen und sich ständig über dieses Teil kaputt gelacht… Zum Schutz der Persönlichkeiten, veröffentliche ich von diesen Szenen keine Bilder. (Ich hoffe ich werde nie von Japanern dabei beobachtet, wie ich mit Stäbchen esse ;-))

Alles in allem schöne und kurzweilige Tage in Warnemünde. Es gibt’s Schlimmeres, als hier eingeweht zu werden. Nur das auch die Frischfisch-Theken der Fischer leer geblieben sind, hat mich schon gewundert. Ich dachte die fischen bei jedem Wetter…

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Die Wetteraussichten für die nächsten Tage sind gut, was sowohl Wind als auch Wetter angeht. Also ist dann morgen Schluss mit Landurlaub. Es geht wieder auf See, Richtung Insel Hiddensee. Ein langer Schlag von rund 60 Seemeilen erwartet uns.

Donnerstag, 4. Juni 2015
53 Seemeilen.

Aufstehen 5:30 Uhr. Ich jedenfalls. Die Tagesetappe von Warnemünde bis Kloster auf Hiddensee lassen rund 12 Stunden Fahrt erwarten. Also früh los. Die Sonne scheint, allerdings ist es am Morgen noch recht kühl. Der Wind weht aus westlichen Richtungen, also optimal für eine Fahrt Richtung Osten. Beim Ausfahren aus dem Warnemünder Seekanal noch ein Blick auf die Sedov und einen gerade einparkenden Cruiser, und los geht’s.

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Kaum sind wir auf See, kommt Annette auch schon aus der Koje gekrochen. Zum weiter Schlafen im Vorschiff doch etwas zu schauklig… Ich baue ihr kurzerhand auf dem Salonboden eine Seekoje, aus der man nicht herausfallen kann. Dann schläft Sie bis 10:30 Uhr! Scheint ja gemütlich gewesen zu sein.

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Während ich mit Betten bauen beschäftigt bin, wird LuMMEL von meinem neuen besten Freund an Bord auf Kurs gehalten. Eine Windsteueranlage ist schon eine geniale Sache. Geräuschlos und recht präzise steuert Sie über die Windfahne und ein im Wasser befindliches Pendelruder, welches die Kraft über Leinen auf die Pinne überträgt, einen eingestellten Kurz zum Wind. Am Ende des Tages werde ich von den 12 Stunden max. 2 Stunden die Pinnen selber in der Hand gehabt haben.

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Nach kurzweiligen 12 Stunden, die Schätzung war goldrichtig, kommen wir dann gegen 18:00 Uhr in Kloster auf Hiddensee an. Morgen ist dann Hafentag mit Inselradtour.

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4 Gedanken zu “Von Warnemünde nach Hiddensee

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