Von Hel nach Danzig

Sonntag, 21. Juni 2015
12 Seemeilen

Aus dem für heute geplanten Fischessen wurde leider nichts. Als ich nach 12 Seemeilen „durch-die Danziger-Bucht-l(b)ummeln“ (mit diversen Angel-Stopps zwischendurch) in Sopot (den Plan nach Puck in der Putziger Wiek anzufahren hatte ich aufgegeben) angekommen war, habe ich mich sofort daran gemacht, das Boot einer intensiven Außenpflege zu unterziehen. Diese hatte ich im Frühjahr vor der Abreise nicht mehr geschafft. Und Sopot war dazu gerade ideal. Hier konnte man Wasser entnehmen so viel man wollte, alles im Hafengeld inbegriffen. Also habe ich – auch unbeirrt von einsetzendem Regen – mit dem „Grünen Stein“ mein Deck geschrubbt. Schöne Wolkenbilder und Regenbogen sowie segelnde Hochhäuser inklusive.

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So schön Regenbögen auch sind, zu Gunsten sommerlichen Wetters wurde ich gut auf Sie verzichten wollen. Nach dem Deck-Schrubben war es dann für die Zubereitung von „Auf eigener Haut gebratener Dorsch mit Bratkartoffeln und Gurkensalat“ zu spät. Richtig! NATÜRLICH habe ich einen erwischt :-). Direkt beim ersten Angelstopp. Der große Bruder wollte mir allerdings nicht mehr an den Haken gehen. Jetzt auch schon das Foto davon, was am folgenden Abend in Danzig aus ihm werden sollte.

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Wenn ich denn dann morgen aus dem Bett komme (um 22:00 Uhr „musste“ ich noch mit meinen polnischen Liegplatznachbarn Wodka trinken) wird das Boot dann noch einem Politur-Finisch unterzogen, damit es dann auch chic und glänzend für die anstehende Einfahrt nach Danzig ist.

Montag, 22. Juni 2015
8 Seemeilen

Sicher gibt es geschichtsträchtigere Hafeneinfahrten bzw. Flußmündungen. Aber für die jüngere Geschichte Europas spielt die von Danzig an zwei Orten eine bedeutende Rolle, durch die jeweils die politische Ordnung in Europas und der Welt neu gefasst werden musste. Zum einen passiert man nach der Einfahrt auf der Backbordseite die Westernplatte. Mit dem Angriff der deutschen Wehrmacht auf ein dort angelegtes Munitionsdepot der Polen begann der 2. Weltkrieg, an dessen Ende die Teilung Europas stand. Ein paar Flusskilometer der Weichsel weiter Richtung Danzig, passiert man dann das Gelände der früheren Lenin-Werft. Hier wurde durch die Bewegung der Solidaność, mit Lech Walesa an der Spitze, der Grundstein dafür gelegt, die Teilung Europas wieder zu überwinden. Nicht, dass ich nun pathetisch werden will, aber schon echt klasse, dass man dank dieser Arbeiter-Bewegung heute mit einer deutschen Bundesflagge am Heck hier einfahren kann und die Leute am Ufer einem zuwinken.

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In der Stadtmarine in Danzig liegt man wie in Abrahams Schoss und doch nur einen Steinwurf vom Zentrum entfernt. Das alte Krantor kann ich aus dem Cockpit sehen.

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Nun habe ich ein paar Tage Zeit, um mir Danzig anzuschauen. Und dann sollte es am Freitag auch flott weiter nach Klaipeda in Litauen gehen, damit ich meine Ostsee Runde auch hin bekomme…

6 Gedanken zu “Von Hel nach Danzig

  1. Frank Rehmann

    Hallo, lieber Rainer !
    Es war wieder sehr nett, deine Nachrichten zu lesen!
    Auch deine Ausführungen zu Danzig waren sehr interessant , aber bedenke bitte auch , dass Danzig die Geburtsstadt Günter Grass‘ und Oskar matzeraths ist!
    Gibt es in Danzig dazu irgendeine Skulptur oä?
    Vielleicht gibt es davon ja demnächst ein Foto von dir!?
    Weiterhin gute Reise
    Sabine und frank
    A propos, frank hat heute ein Stück Aal gegessen, auch frisch aus der Ostsee !

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