Von Leba nach Hel

Donnerstag, 18.6.2015
35 Seemeilen

Nach rund 6 Stunden, wieder mit einem Schnitt von über 5 Knoten, bin ich gegen 18:00 Uhr in Wladyslawowo angekommen. Wieder den Wind im Rücken, der mal für ein Stündchen auf fast 6 Bft. hochging, konnte ich neue Spitzengeschwindigkeiten erreichen. Die 9,3 Knoten auf dem Foto wurden später noch durch 12 Knoten (!) getoppt. Schade das die Kamera nicht parat lag! Diese Geschwindigkeiten erreicht man, wenn man auf einer achterlich (also von hinten) anrollenden Welle ein paar Meter weit getragen wird, also quasi auf der Welle surft. Diese Geschwindigkeit hält meist natürlich nur einen Moment, nur ein paar Sekunden, aber echt geil, wenn das Boot in den Surf geht und anfängt zu vibrieren… Daher bin ich auch immer am Boot „festgeschnallt“, damit ich nicht mal verloren gehe.

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Wladyslawowo ist der größte Fischereihafen Polens. Nicht nur polnische Fischerboote sind im Hafen zu sehen, auch einige aus Litauen sind zu „bewundern“. Beim Anblick der Boote bleibt zu hoffen, dass sie den Weg auch wieder zurück nach Palanga, Liepaja oder wohin auch immer überstehen.

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Ob es morgen weitergeht, werde ich spontan entscheiden. Ich bin gut in der Zeit. Mein Mitsegler Peter kommt erst in einer Woche nach Danzig, so dass ich mir für Danzig genug Zeit zum Städtebummel und besichtigen nehmen kann.

Der gemeinsame Weg von der großen Lümmel und der kleinen LuMMEL endet in Wladyslawowo. Es war eine nette Begegnung mit Andreas und Frauke und auch ein gutes Gefühl, zwischendurch mal jemanden anfunken zu können, insbesondere auf der Nachtfahrt von Kolberg nach Leba. Da haben die beiden auch die Aufnahmen von LuMMEL gemacht. Danke und alles Gute Euch beiden!

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Freitag, 19. Juni 2015
22 Seemeilen

Wladyslawowo ist nicht so prickelnd. Halt ein großer Fischereihafen und ansonsten in der Nähe noch ein Landschaftspark mit seltenen Pflanzen und Tieren sowie lange Strände und daher eine Touristenhochburg mit vielen Plüschtierverkäufern. Keine besonders schöne Stadt, da auch Wladyslawowo im 2. Weltkrieg dem Erdboden gleich gemacht wurde. Aber jede Stadt und ist noch so ein hässliches Entlein, hat doch auch wenigstens ein kleines Highlight. Und in Wladylawowo war das für mich der Turm des Rathauses, von dem man einen wunderbaren Ausblick über die Halbinsel Hel, den Hafen und das Umland hat.

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Nach dem Aufstieg habe ich mich dann auf den See-Weg nach Hela gemacht. Hela liegt am südöstlichen Ende der Halbinsel Hel. Bei der Anfahrt auf Hela drohte aus der Ferne schon ein schöner Regenschauer, der dann genau losbrach, während ich gerade im Hafen angelegte. Belohnt wurde der „feuchte Durchzug“ der Regenwolken aber mit einem wunderschönen Regenbogen.

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Beim Abendessen in einer urigen Kneipe in Hela kam ich mit einem polnischen Segler ins Gespräch, der mir ein paar Tipps für die weiteren Tage in der Danziger Bucht gegeben hat. Insbesondere natürlich der Ort Puck (zu deutsch: Putzig :-)) in der Putziger Wieck, sein Heimathafen!
Morgen werde ich aber zunächst mal wieder radeln und die Halbinsel Hel erkunden.

Samstag, 20. Juni 2015
0 Seemeilen, ca. 40 Landkilometer

Obwohl ich ja geschrieben hatte, dass Wladyslawowo nicht ganz so reizvoll ist, hat es mit heute noch einmal dorthin gezogen. Diesmal auf dem Landweg. Ich hatte mir am späten Vormittag in Hela ein Rad geliehen und mich auf den Weg gemacht, die Insel Hel, nun in die andere Richtung, mit dem Rad abzufahren. Hel ist ca. 38 km lang und an seiner schmalsten Stelle nur ca. 200 Meter breit. Immer wieder hatte ich versucht, einen anderen Radweg abseits der Hauptstraße zu finden zu finden, aber wurde immer von Militärsperrgebieten gestoppt. Obwohl die Anlagen nicht so aussahen, dass dort noch exerziert wird…

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Auch auf Hel, wie ja an der gesamten polnischen Küste, herrlich Strände und wenn man sich ein wenig von den Touristenorten entfernt, hat man sie fast für sich allein. Und man trifft auf Zeugen des 2. Weltkriegs. Hel war nach dem 2 Weltkrieg eine der letzten Zufluchtsorte des Militärs und von Zivilflüchtlingen. Zeitweise bis zu 365.000 Menschen lagerten in den Wäldern und Dünen, um von hier evakuiert zu werden. Auch nach Eintritt der Waffenruhe und der Kapitulation am 8. Mai 1945 befanden sich auf Hel immer noch 60.000 Flüchtlinge und Soldaten.

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Heute sind die fünf Orte auf Hel Touristenhochburg und ein Hot-Spot für Wind- und Kitesurfer. Da im nordwestlichen Teil der Putziger Wiek nur geringe Wassertiefen sind und ein beständiger Wind geht, finden sie hier beste Verhältnisse. Meisten. Heute gerade nicht. Kein Wind. Daher davon keine Fotos… 😉 Zurück habe ich mir dann den Zug gegönnt, nochmal 40 km waren mir dann doch zu viel.

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Morgen bummle ich weiter durch die Danziger Bucht und morgen Abend mache ich mir Fisch, wenn ich welchen fange, denn morgen wird geangelt!

9 Gedanken zu “Von Leba nach Hel

  1. Anonymous

    Hallo Rainer, dir scheint’s ja richtig gut zu gehen. Genieße weiter deinen Turn und binde dich immer gut an LuMMEL fest …. sonst gehst du uns doch noch verloren. 😉

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